Worte zählen weniger als was wirklich geschieht

Worte sind für unser Alltags-Ich ein gutes und nützliches Mittel. Es sind vor Allem die Worte die durch unser Denken aus dem Alltags-Ich ein Ego-Ich werden lassen.

Bekommen Worte eine übermässige Bedeutung – über ein einfaches Mittel hinaus – so verfälschen diese die wahrzunehmende Wirklichkeit in einem Übermaß. Wirklichkeit wird dadurch immer mehr zur gedachten Wirklichkeit. Wir entfernen uns damit mehr und mehr vom wirklichen Leben hin zu einem gedachten Leben.

Es sind sowohl die offensichtlichen Gedanken, wie auch die unterschwelligen Gedanken, die dann unser Leben bestimmen. Statt im jetzigen Augenblick leben wir mehr und mehr in einer gedachten Vergangenheit oder gedachten Zukunft. Wir entrücken uns dem einzig wirklichen – der Gegenwart, oder anders ausgedrückt dem jetzigen Moment.

Wie uns Worte verleiten können sehen wir genauso in der Politik als auch in Beziehungen. In der Politik wird uns Glückseligkeit versprochen, in unseren Beziehungen wird über Liebe gesprochen, wo keine Liebe (annehmen ohne Bedingung) ist. Beides wird zur Farce – eine Illusion.

Je weniger wir uns mit unseren Gedanken identifizieren um so weniger Macht haben Worte über uns. Stattdessen können wir erkennen was hinter den Worten steht, also die gelebte Wirklichkeit ist. Wir werden weniger und weniger durch Worte in Versuchung geführt, sondern erkennen das Eigentliche.

Damit bekommen Worte als pure Mittler ihre ursprüngliche Bedeutung zurück. Die Dominanz der Worte, Gedanken und selbstgebauten Bilder weicht mehr und mehr der eigenen Wahrnehmung – der unverschleierten Sicht auf die Wirklichkeit. Der Nebel lichtet sich mehr und mehr um den Blick auf die Wirklichkeit mehr und mehr frei zugeben.

Mehr noch wie das Radfahren erlernen bedarf es Übung und Anwendung wieder auf die unverschleierte Wirklichkeit zu blicken. Der Gewinn ist immens. Die Übung lohnt sich. Eine spezielle Meditation ist dabei nicht nötig, sondern kann durch die einfache Praxis in der Wirklichkeit mehr als ersetzt werden. Es Bedarf keiner Form sondern nur der simplen aber Anfangs nicht ganz einfachen Anwendung.