Was ist Ich, Was ist Selbst

Die wohl schwierigste Frage ist, wie kann ich mich selbst begreifen, wie finde ich zu meiner Wurzel oder Quelle zurück, in einer Welt die ganz auf das „Ich“ ausgerichtet ist.

Wir haben heute bereits mehr Wissen und Informationen darüber, dass unser „Ich“ nur die Oberfläche unserer eigenen Identität ist. Wir wissen, daß darunter unser eigentlicher Kern liegt. Wir können diesen Kern auch für einzelne Momente erfahren und somit eine Gewissheit darüber erlangen. Der Alltag zwingt uns derzeit aber immer wieder zurück zur Oberfläche. Dann vergessen wir auch mehr oder weniger die Erfahrung, dass wir weit mehr sind als unser „Ich“.

So ergeht es auch mir stetig und immer wieder, mal mehr und mal weniger. Die Kraft die mich zurück an meine Oberfläche zwingt ist zu lange etabliert, die Gesellschaft zu sehr davon geprägt, unsere Erfahrungen unseres Kerns sind noch zu selten oder zu kurz. Zudem gibt es uns zuwenig Beispiele oder Vorbilder von Menschen, die in sich ganz vertrauen und frei von jeglichen Konzepten und Formen darüber sind wie das gelingen kann.

Für das Herauslösen aus den erfahrenen und angeieignteten „Ich-Mustern“ fehlen uns die Wege. Da „Ich“ im Alltag stattfindet, ist dies auch nur im Alltag möglich.

Was es dafür braucht ist ein tiefes in sich Heineinvertrauen und einen guten Umgang mit unserem „Alltags-Ich“, welches an sich weder schlecht noch gut ist.

Warum wir uns so schwer damit tun, da wir noch nicht gelernt haben uns auch in unserer Tiefe wahrzunehmen. Wir haben nicht gelernt was wirkliche Intuition ist, wie diese uns führen kann und wie wir es schaffen aus unserem „Ich“ dazu herauszutreten.

Da uns die Wege und Vorbilder fehlen, können wir im Moment uns nur selbst erforschen und sehen wann wir im „Ich“ sind und wann wir im Kontakt mit unserer tieferen Quelle sind.

Ich vermeide absichtlich Wörter wie Spiritualitä und Wahrheit, da diese nur Konzepte unseres „Ich“ sein können und die tiefere Quelle – die zutiefst menschlich ist – nie wirklich beschreiben können.