innere Lebendigkeit – eine „Grundeinstellung“ zum Leben

Eine kleine Anmerkung vorweg. Alles was ich hier in diesem Blog schreibe ist teils noch etwas komplex. Das hat einen ganz einfachen Grund. Alle im Blog bisher aufgegriffenen Themen sind immer Themen die ich mir gerade aktuell erschliesse. Durch das Schreiben tritt Klärung und Vertiefung ein. Es ist als ob das jeweilige Thema erst genau benannt werden muss und erst dann mir voll uns ganz zugänglich ist. Daher wirken die Themen oft etwas zu kompliziert für einen an sich einfacheren Sachverhalt. Es geht um ein Verstehen und Durchdringen beim Schreiben. Daher ist dieser Blog bis dato vielleicht etwas zu anstengend. Das wird sich bald ändern, da die für mich wirklich wesentlichen Themen nun nach und nach geklärt sind. Bis dahin bitte ich um etwas Nachsehen mit mir. Eigentlich geht es um das ganz Einfache, jeweils zutiefst Menschliche. Nun zurück zur Lebendigkeit.

Lebendigkeit ist ein Zustand in dem jemand lebendig ist. Es gibt 2 Fomen von Lebendigkeit

  • lebendig sein bei etwas – als in bestimmten Situationen
  • eine natürliche, dem eigenen Leben innewohnende Lebendigkeit – also fortwährend als ein sogenannter „Seins-Zustand“

Die erste Form der Lebendigkeit taucht in bestimmten Situationen oder Lebenssituationen auf und ist irgendwo zeitweise, also nicht andauernd. Diese Lebendigkeit kann durch etwas oder über jemanden ausgelöst werden, kann kürzer oder länger andauern, ist aber nicht von Bestand. Sie kann durch andere Menschen erweckt werden, vergeht aber immer wieder. Wenn wir verliebt sind (die Euphorie) und zeitweise die Beschränkungen unsere Seele hinter uns lassen können, dann fühlen sich Menschen oft lebendig. Wenn wir aber nach und nach aus der Euphorie zu uns zurückkehren, dann ebbt diese zeitweise Form von Lebendigkeit wieder ab und wir kehren zu unserem für uns „normalen“ Seins-Zustand zurück.

Die 2. Form ist beständig, auch in Schwierigen oder komplizierten Situationen. Sie ist dem eigenen Leben innewohnend. Menschen mit dieser Lebendigkeit können diese nicht verlieren. Sie kann nur zeitweise überdeckt sein, kommt aber immer wieder wie von selbst zum Vorschein. Menschen mit dieser Lebendigkeit können zwar depressive Verstimmungen haben. Soweit sie sich weitgehend irgendwie treu bleiben ist eine Depression so gut wie ausgeschlossen, da eine Depression die Abwesenheit von Lebendigkeit ist. Diese Lebendigkeit ist nicht in unserem Ego zu finden, sondern als „Seins-Zustand“ in der Form unserer Seele. Sie ist nicht herstellbar sondern immer dem Menschen innewohnend und daher kommt die Dauerhaftigkeit.

Ob wir nun den 1. oder 2. Typus von Lebendigkeit erleben ist nicht steuerbar und nur kaum veränderbar. Wenn wir Veränderung wünschen, so ist dies nur durch eine tiefe Weiterentwicklung unserer Seele möglich. Und dies braucht in fast allen Fällen viel Zeit und kann ausschließlich in uns stattfinden. Aus Sicht unseres jetzigen Seins kann das ungerecht klingen. Im Kontext unserer Unsterblichkeit und dem wiederkehren unserer Seele – in der Zeit keine Rolle spielt – verliert dieser Aspekt jegliche Bedeutung. Im unendlichen Kontext wird jede Seele eines Tages wieder an diesem Punkt ankommen. Es geht dann einzig und allein um eine Fortentwicklung der überdauernden Seele. Diese Fortenwicklung wird als erfüllend an sich empfunden und es geht nicht mehr um das aktuelle Ergebnis.

Wir suchen so lange den anderen Pol, bis wir uns voll und ganz in dem was wir sind, also in diesem Leben schon immer waren, dann öffnet sich ein neuer Raum für mich. Ich werde nicht mehr instinktiv oder automatisch den Gegenpol suchen, sondern mehr das grundlegende ähnliche. Für lebendige Menschen bedeutet dies, ich fühle mich mehr und mehr hingezogen zu lebendigen Menschen. Es ist als ob meine unterschwellige Aufgabe getan ist und ich nun ganz zu mir heimkehren kann.

Menschen denen ich begegne und denen ich mich annähere sind ein direkter Spiegel meiner Selbst. Bin ich ganz bei mir, dann ist meine unbewusste Aufgabe weitgehend getan. Ich finde im Aussen wer ich bin und fühle mich darin wohl.

Ich selbst habe mir es mit meiner Lebendigkeit die mir grundlegend innewohnt nicht gerade einfach gemacht. Es gab scheinbar noch viel zu begreifen und zu lernen. Erst durch die letzten 3 Jahre hat sich da viel getan. Und es scheint so, als ob ich erst jetzt bereit bin diese Lebendigkeit voll und ganz anzuerkennen und damit meine unbewussten Aufgaben hinter mir zu lassen – mal sehen, wie die Begegnungen mit Menschen sich von nun an gestalten. Als Spiegel meiner selbst wird sich zeigen wo ich gerade stehe.