Mit dem „inneren freien Impuls“ auf inneres Wissen zugreifen

Was ist mit dem inneren Impuls gemeint? Geht es da um das Bauchgefühl? Ist das Bauchgefühl eindeutig oder gibt es da vielleicht auch verschiedene Versionen von Bauchgefühl?

Der Impuls um den es hier geht entsteht nicht im Denk-Ich (modifiziertes Ego) und den dazu gehörenden Emotionen. Wie schon mehrfach in diesem Blog beschrieben sind Emotionen Erlebensmuster und als Muster immer mit der erlebten Vergangenheit verknüpft. Darum geht es beim inneren Impuls nicht. Der innere Impuls, wie er hier beschrieben werden soll, kommt nicht aus dem konditionierten Bewusstsein (Altes) sondern aus dem Bereich des freien Bewusstseins.

Um also Zugriff auf den „freien inneren Impuls“ zu haben Bedarf es der Erfahrung was freies unkonditioniertes Bewusstsein ist und bedeutet. Erst mit dieser Erfahrung wird der Unterschied zwischen „freiem Impuls“ und emotionalen Gefühlen deutlich. Erst dann kann ich unterscheiden zwischen alten Erlebensmustern – oftmals Bauchgefühl genannt – und wirklich neuem „freien inneren Impuls“. Erst dann erliege ich nicht mehr einer möglichen Täuschung. Das Bauchgefühl aus alten Erlebensmustern und das Gefühl aus „freiem inneren Impuls“ fühlen sich ähnlich an, sind aber – wenn ich es erfahren habe – doch unterschiedlich. Wir können durch Erfahrung lernen diese Gefühle zu unterscheiden und dann wird es eindeutig.

Wenn wir heute von Intuition sprechen, dann wird dabei in der Regel noch nicht unterschieden ob diese Intuition auf ein Bauchgefühl – beruhend auf alten Erblebensmustern – zurück geht oder auf ein Gefühl des „freien Impulses“. Daher macht es Sinn auch hier die Unterscheidung klar zu stellen. Wir haben zum einen Intuition die auf alten Erfahrungen beruhen und wir haben Intuition die auf einem „freien inneren Impuls“ beruhen. Wir könnten also zur Unterscheidung von alter „Erfahrungs-Intuition“ und von neuer „freier Intuition“ sprechen.

Wie wertvoll „freie Intuition“ – „der intuitive Geist“ – sein kann hat bereits Einstein beschrieben als er meinte:

„Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“ (Zitat Albert Einstein)

Es geht also nicht um Erfahrungs-Intuition sondern um den intuitiven Geist. Mit Geist ist nicht eine Form des klassischen Denkens oder emotionalen Fühlens gemeint sondern vielmehr unser Bewusstsein in seiner freien und unkonditionierten Form.

Wenn es aber nicht um emotionales Fühlen geht, gibt es dann noch eine andere Art des Fühlens?

Hierzu ein Auszug aus meinem Buch „Die Freiheit in Uns – Evolution des eigenen Bewusstseins“ (erschienen 2015 im Verlag SelbstZeit Klaus Grieblinger):


 

„GEFÜHLE
Gefühle und Emotionen werden gerne miteinander vermischt
oder verwechselt. So wird auch in der Sach- und Fach-Literatur
unterschiedlich verfahren. Die einen Autoren trennen genau,
die anderen unterscheiden nicht. Für mich persönlich gibt es
einen deutlichen Unterschied. Gefühle sind direkte innere
Wahrnehmungen im Körper mit einem dazugehörigen Sich-Fühlen.
Damit meine ich, sich bei Freude freudig zu fühlen, sich bei
Traurigkeit traurig zu fühlen, sich bei Glück glücklich zu fühlen,
sich bei Zurückgewiesenwerden zurückgewiesen zu fühlen usw.
Es geht also bei den Gefühlen immer um das unbewertete Fühlen
(das Gefühl). Gefühle sind typischerweise im freien unkonditionierten
BewusstSein voll verfügbar. Aus den Gefühlen
entstehen dann keine Emotionsmuster. Denn automatische
Musterketten sind immer aus dem Bereich des konditionierten
Bewusstseins. Da wir im konditionierten Bewusstsein gerne
Emotionen kreieren, um uns zu spüren, wird das Freisein von
Emotionen im unkonditionierten BewusstSein dann gerne mit
Gefühlsmangel oder -kälte verwechselt. Das liegt daran, dass
sich Emotionen „lauter“ bemerkbar machen und so leichter vom
Gegenüber wahrgenommen werden können. Gefühle sind leiser
und werden nur wahrgenommen, wenn gerade eine tiefere Verbundenheit
mit dem anderen Menschen besteht. Verbundenheit
führt mehr in den unkonditionierten BewusstSeins-Bereich
hinein, aus dem Gefühle leichter empfunden und erkannt werden
können.“ (Zitat Klaus Grieblinger aus dem Buch „Die Freiheit in Uns“)


 

„Freie Intuition“ geht noch einen kleinen Schritt über dieses Körperfühlen hinaus. Ein in den Anfängen noch etwas feineres, weniger „lautes“ Körperfühlen. In sehr stillen Momenten des ganz bei sich Seins, des ganz mit sich verbunden Fühlens können Augenblicke von Gewissheit enstehen. Gewissheit z.B. über neue Zusammenhänge oder inneres Wissen. Nicht laut und wild aber klar und in der Tiefe intensiv. Viele Menschen die einen solchen Punkt im Leben schon erfahren haben sprechen dann zum Beispiel von einer Art Eingebung. Es meldet sich dann der „intuitive Geist“ und nicht das bereits früher Erfahrene. Um diese Neuerfahrung nicht zu verwässern oder zu kippen Bedarf es ein feinfühliges Hineinspüren, verweilen und vertiefen. Wird die Neuerfahrung vom Denken gleich als gut oder besonders bewertet, dann kippen wir wieder in unser altes Denken zurück und verlieren den besonderen Nutzen.

Alexander von Humbold fasste dies wie folgt in Worte:

«ÜBERALL GEHT EIN FRÜHES AHNEN DEM SPÄTEREN WISSEN VORAUS.»

Oder noch mal Einstein dazu:

„Der Intellekt hat wenig zu tun auf der Strasse der Entdeckung. Denn das eigentlich Wertvolle ist die Intuition… Auf einmal macht das Bewusstsein einen Sprung, nennen wir es Intuition, die Lösung kommt zu dir, du weisst weder wie noch warum…“