Emotionen sind projizierte Vergangenheit – unsere direkten Urgefühle Gegenwart

In der Anwendung unserer heutigen deutschen Sprache wird allgemein nicht unterschieden zwischen Emotionen und Gefühlen. Wir werfen beides in einen Topf, da wir keinen Unterschied machen, beziehungsweise den Unterschied nicht gelernt haben zu erkennen.

Es gibt Gefühle in unserem Körper die zu allererst da sind – unsere Urgefühle. Diese Urgefühle entstehen ohne Denken in jedem Moment. Diese Gefühle sind momentane Wirklichkeit. Sie dauern unterschiedlich lange an.

Bei den meisten von Uns werden diese Urgefühle kaum oder gar nicht wahrgenommen. Zum einen, weil wir uns den Zugang verwehrt haben oder zum anderen, weil wir blitzartig aus diesen Urgefühlen in unsere Emotionen wechseln.

Was sind Emotionen? Emotionen sind per se keine Urgefühle, sondern immer abgespeicherte Vergangenheit. Emotionen sind Erlebensmuster.

Was sind Erlebensmuster? Erlebensmuster sind quasi innere Verhaltensmuster. Also wie mein inneres Verhalten oder Erleben sich gestaltet auf Grund angelernter Prozesse. Was bedeutet das? Wir alle haben eine ausführliche Lebensgeschichte – also Vergangenheit. In dieser Lebensgeschichte haben wir vor allem in unseren Kinder- und Jugendjahren reichlich Erfahrungen gesammelt. Aus diesen Erfahrungen haben wir uns Reaktionsmuster angeeignet. Diese Reaktionsmuster sollten uns in irgendeiner Art und Weise helfen mit der Welt, die uns als Kind oder Jugendlicher umgibt zu recht zu kommen. Teils sind es sehr brauchbare Muster, vielfach aber nur sehr bedingt brauchbare Muster.

Was sind Muster? Muster sind regelmässige, sich wiederholende Abläufe. Zum einen sind es innere Abläufe – Denken und Emotionen. Zum anderen sind es äussere Abläufe – also Verhalten. Unser Verhalten entspringt unseren Emotionen (Erlebensmustern) und unserem Denken. Denken und Emotionen sind dabei direkt miteinander verknüpft. Beides ist sozusagen Virtuell und fast immer automatisch. Wir denken wir hätten eine grundlegende Wahl, da das Denken und unsere Emotionen in aller Regel unbewusst ablaufen ist die Wahlfreiheit nur Vorstellung.

Emotionen sind somit keine Neureaktionen sondern immer erfahrene Vergangenheit, die auf die aktuelle Gegenwart projiziert wird.

Warum erleben wir dann Emotionen so real, auch wenn diese gelebte Vergangenheit sind. Ganz einfach. Der Mensch hat die besondere Gabe Abläufe zu durchdenken. Und er hat die besondere Gabe aus seinem Denken heraus Körpergefühle zu erzeugen. Diese Körpergefühle sind innere Realität im jeweiligen Augenblick und damit tatsächliche innere Wirklichkeit, oder anders ausgedrückt innere Gegenwart. Diese innere Gegenwart wird in jedem Moment als das erlebt was diese ist – als gegenwärtiges, reales Gefühl. Da diese Gefühle aber Ergebnis von offensichtlichen oder verdeckten Gedanken und daraus entstehenden Emotionen sind, sind die Gefühle zwar echt und gegenwärtig, entsprechen aber mehr dem direkten Wahrnehmen aus vergangenen Zeiten, und nur marginal den direkten Wahrnehmen des gegenwärtigen äusseren Augenblicks. Wir erleben in unseren Emotionen somit vor Allem unsere virtuelle Vergangenheit und nur minimal unsere Tatsächlich Gegenwart.

Damit führt uns die Vereinfachung unserer Vergangenheit (vor allem Kindheit und Jugend) in ein Dilemma in der Gegenwart. Wir können die Gegenwart gar nicht mehr so erfassen wie diese ist und wir erleben die Gegenwart nicht mehr gegenwärtig.

Das Alte vermasselt uns das Neue (gegenwärtige).

Da in unserer heutigen Gesellschaft uns zwar viel Denken und „äusseres“ Wissen beigebracht und angelernt wird, aber kein oder kaum Wissen über unser Innenleben, Wissen wir auch nicht um unser Innenleben. Unser Innenleben stellt aber unsere größte Realität da.

Was ist das Wichtigste was wir über uns wissen dürfen. Der Unterschied aus vergangenen Erleben und wirklich gegenwärtigen Erleben. Also zwischen Mustern unseres Denkens und unserer Emotionen, und Urgefühlen sowie wirklich freier Intuition.

Der Unterschied zwischen Urgefühlen und Gefühlen die aus unseren Erlebensmustern (Emotionen) entstehen ist nicht das Gefühl an sich. Denn beide sind Realität. Der Unterschied liegt nur im Augenblick und der Art und Weise ihres Entstehens. Das Urgefühl ist immer da. Es ist immer der Ausgangspunkt unserer Emotionen.

Da Emotionen sehr stark eingeübte oder gelebte Muster sind, sind diese so schlagartig da wie unsere Gedanken. Das ist so, da Emotionen aus Gedanken entstehen. Diese Gedanken sind aber fast immer so unterschwellig – also unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle – daß wir diese nicht wahrnehmen. Wenn wir die unterschwelligen Gedanken nicht wahrnehmen, dann nehmen wir erst das wahrnehmbare Resultat unserer unterschwelligen Gedanken wahr – also das Ergebnis als offensichtlichen Gedanken und unser Gefühl als das letzte Glied unserer emotionalen Gefühlskette. Erst das Ergebnis nehmen wir dann als unsere innere Realität wahr.

Um nun unseren Urgefühlen auf den Grund zu kommen, bedarf es zu allererst einer subjektiven Verlangsamung und Bewusstwerden unserer inneren Abläufe. Dabei müssen wir nicht die emotionalen Gefühlsabläufe verlangsamen und kennen, sondern es geht nur um den ersten Moment der Entstehung unseres Fühlens. Also dem Bewusstwerden unseres aller ersten Gefühls. Dieses allererste Gefühl ist immer ein reines Köpergefühl unseres inneren Körpers (prozessualer Körper).

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