Ego schafft Angst – Angst schafft Ego

Ego und Angst sind immer direkt einander bedingt.

Ohne Ego ist Angst immer auf einen kurzen Moment beschränkt, als Backup wenn nicht genügend Gegenwärtigkeit uns vor einer akuten physischen Gefahr schützt.

Wenn wir uns mit unserem Alltags-Ich (Ego) identifizieren, dann entwickelt das Ego eine andere Form von  Angst in uns über die konkrete zeitlich stark begrenzte Situation hinaus. Angst wird dann ein Bestandteil des erweiterten Alltags-Ichs. Diese Angst kann offensichtlich sein – also direkt wahrnehmbar, oder unterschwellig – also nicht direkt wahrnehmbar – als Wut, Skepsis, Grusel, … oder aber in verkörperter Form wie nicht physischen Nacken- und Rückenschmerzen, Leber- und Gallenbeschwerden, Magendrücken, Kopfweh …

Die Angst – wenn diese nicht konkret und zeitlich auf einen Moment begrenzt ist – ist immer die Angst des Egos vor dem Tod des Egos. Mit unserem physischen Tod löst sich die Identifikation mit unserem Denken und damit mit unserem Ego vollkommen auf. Davor hat das Alltags-Ich die größte Angst. Diese Angst liegt latent hinter allen Ängsten – das Ende der Ego-Illusion. Das Ego versucht zudem geliebt zu werden. Die tiefste Form von Liebe ist aber immer eine Funktion des Seins und nicht des Egos

Diese tiefste Angst bringt sozusagen als Stilblüten alle unsere anderen Ängste hervor – meist ein wahres Potpourrie. Diese vielen Ängste verstärken dann unser Denk-Ich. Das verstärkte Denk-Ich trennt uns immer mehr von der Wirklichkeit und führt uns tiefer und tiefer in die Illusion von Getrenntheit. Dies geht so weit, dass wir nicht mehr offen sein können für Berührungen und positive Gefühle. Wir verarmen oder vergreisen innerlich.