Reines Körperfühlen – Gefühl – Emotion

Da die Abläufe in uns meist sehr schnell und jenseits unserer üblichen Wahrnehmung ablaufen vermischen wir in der Regel Emotion, Gefühl und Körpergefühl.

  • Emotion ist ein komplettes individuelles Erlebensmuster – vom reinen Körpergefühl (somatischer Marker), über individuelle Erfahrungen und Erlebensmuster, zu einer individuellen inneren Bewertung bis zu den zugehörigen individuellen inneren Gedanken damit gekoppelt sind. Aus dieser individuellen Wertung der äusseren Wirklichkeit entstehen dann die individuellen Reaktions- und Handlungsmuster

    Beispiele für Emotionen

    • Angst mit allen individuellen Erlebens- und Handlungsmustern
    • Wut mit allen individuellen Erlebens- und Handlungsmustern
    • Scham mit allen individuellen Erlebens- und Handlungsmustern
    • Liebe mit allen individuellen Erlebens- und Handlungsmustern
    • ….

 

  • Gefühl ist das Ersterleben einer Situation ohne den individuellen Handlungsmustern und Reaktionen

    Beispiele für Gefühle

    • ich fühle mich ängstlich
    • ich fühle mich aufgebracht
    • ich fühle mich verbunden
    • ich fühle mich unsicher
    • ich fühle mich gehemmt
    • ich fühle mich hingezogen

 

  • Reines Körperfühlen betrifft hier nicht die sensorische Wahrnehmung der äusseren Wirklichkeit sondern die erste unmittelbare körperliche Reaktion

    Beispiele für reines Körperfühlen

    • ich fühle mein Bauch wird warm und weit
    • ich fühle wie sich meine Schulter und mein Nacken anspannen
    • ich fühle ein kribbeln in den Fingern
    • ich fühle daß meine Hände kalt werden
    • ich fühle einen Enge oder sowas wie einen Kloß im Hals
    • ich fühle wie mein Brustbereich ums Herz warm wird
    • ich fühle das meine Beine nicht mehr so verbunden sind mit dem Boden
    • ….

Wozu ist uns diese Differenzierung der Wahrnehmung nützlich? Mit dem bewussten Wahrnehmen aller 3 Ebenen (man könnte auch Stufen sagen) wird es möglich neu oder anders auf Situationen zu reagieren. Ich eröffne mir die Freiheit nicht mehr so sehr aus meinen Alterfahrungen und Alterleben aus der Vergangenheit zu reagieren, sondern mehr und mehr im Jetzt verankert zu sein. Daraus entsteht für den Einzelnen eine völlig neue Sicht auf die Wirklichkeit mit freieren Handlungsoptionen. Die innere Freiheit und Lebendigkeit kann sich dadurch ausweiten. Die direkte Anbindung an das eigene innere Fühlen steigt.

Fast jeder Stress ist innerlich

… und dann immer eine Funktion des konditionierten Bewusstseins. Dieser innerliche Stress entsteht fast ausschließlich in unserem Denk-Ich, Ego-Ich oder modifiziertem Ego.

Will man diesen Stress in Kategorien einteilen so könnte dies wie folgt aussehen:

  • offensichtlicher Stress – uns ist genau bewusst welchen Stress wir haben und woher dieser kommt
  • verdeckten Stress spürbar – wir spüren diesen Stress können diesen aber nicht genug zuordnen
  • verdeckter Stress kaum spürbar – diesen Stress nehmen wir nicht wirklich war, er schränkt aber den freien Fluss unserer Entscheidungen ein

Quellen von Stress:

  • unsere aktuellen Lebensumstände
  • aus früheren gewerteten Lebenserfahrungen
  • vorgeburtlicher Stress
  • aus Beziehungen, Gesellschaft und Kultur auf uns übertragener Stress
  • Stress der aus einer tieferen Ebene in uns kommt – man könnte sagen Seelenstress

Wie kommt der Stress in unseren Körper?

Fast jeder Stress hängt mittelbar oder unmittelbar mit den sogenannten negativen Emotionen zusammen.

 

Diese „negativen Emotionen“ sind in folgenden Gruppen zu finden:

  • Angst -auch in Form von starker Beunruhigung
  • Wut – auch in Form von Ärger und Empörung
  • Hilflosigkeit – auch in Form von Ausgeliefertsein
  • Nicht Fühlen – auch in Form von keinen Zugang zu sich haben, emotionaler Kälte und starker Abneigung (Desinteresse)
  • Schock – eine Sonderform
  • Widerwille – auch in Form von Ekel, Hass, Abscheu und Grusel
  • Verlust – auch in Form von Trauer
  • Unterforderung – auch in Form von extremer Langeweile
  • Verwirrung und Desorientierung